Hafen & Umwelt

LNG Liquefied Natural Gas

Für eine ressourceneffiziente und umweltfreundliche Verkehrsindustrie bedarf es alternativer Kraftstoffe. Für die Binnenschifffahrt bietet sich Liquefied Natural Gas (LNG) als innovativer Kraftstoff an. LNG wird mittlerweile auch auf den Binnenwasserstraßen eingesetzt. Die LNG-Infrastruktur für die Betankung von Schiffen steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Auf dem Rhein gab es bisher keine Möglichkeit zur LNG-Betankung.

In Mannheim hat im November 2013 die erste Betankung mit (LNG) in einem deutschen Hafen stattgefunden.

Die erste LNG-Betankung des ersten LNG betriebenen Binnenschiffs auf dem Rhein.Nicht so spektakulär wie es aussieht: Der Dampf ist nur Wasserdampf aufgrund des Temperaturunterschieds.

Seitdem haben die 110 Meter lange GREENSTREAM und GREEN RHINE, die beiden ersten Binnenschiffe, die mit LNG betrieben werden (und derzeit noch mit einer Sondergenehmigung der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt fahren), als Pilotversuch einige Male unter Beteiligung der Berufsfeuerwehr Mannheim, der Wasserschutzpolizei sowie dem Eigentümer des Tankers von Interstream Barging und dem Befrachter Shell im Mannheimer Hafen getankt. Vorher konnten die niederländischen Tankschiffe nur in Rotterdam mit dem Treibstoff versorgt werden, da es in Deutschland bislang keine Tankmöglichkeiten für LNG betriebene Schiffe gab. Der Tanker ist mit zwei 20 cbm-Tanks ausgerüstet. Die Reichweite beträgt ca. 2500 km. Nach einer Fahrt von Rotterdam bis Basel bedeutete das für die GREENSTREAM und die GREEN RHINE bisher, dass sie auf direktem Weg nach Rotterdam zurückkehren mussten. Im Mai 2014 wurde durch das Regierungspräsidium bescheinigt, dass es für die Betankung keiner wasserrechtlichen Genehmigung bedarf. Seitdem können im Mannheimer Hafen regelmäßig LNG-Betankungen durchgeführt werden. Durch die Betankung in Mannheim wird den Binnentankern der zusätzliche Verkehr zwischen mehreren Häfen in Deutschland ermöglicht.

Die EU Kommission schlägt vor, bis 2025 in allen Binnenhäfen des Kernnetzes des transeuropäischen Verkehrsnetzes LNG-Tankstellen zu installieren. Deswegen beteiligt sich der Mannheimer Hafen an einem von der EU geförderten Projekt, in dem ein LNG Masterplan Rhein-Main-Donau erarbeitet wird, um für die Zukunft eine Versorgung der Binnenschiffe mit LNG von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer zu gewährleisten.

Hafen investiert in Energieeffizienz

Angesichts steigender Energiekosten – und alles spricht dafür, dass die Preise nicht sinken werden – sind Unternehmen gut beraten, sich intensiv mit Maßnahmen zu beschäftigen, die Energie sparen helfen beziehungsweise die Energieeffizienz erhöhen. Die Staatliche Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH (HGM) ist seit Jahren erfolgreich auf der Suche nach Energieeinsparungspotenzialen. Zwei Ansätze verfolgt die HGM dabei: Verbesserung vorhandener Strukturen und Investitionen in neue, zukunftsweisende Technologien.

Photovoltaik macht’s möglich

Seit 2007 wurden Zug um Zug auf verschiedenen Lagerhäusern der HGM entlang der Rheinkaistraße und im Parkring Photovoltaikanlagen installiert. Die jüngste Anlage ging Ende 2009 in Betrieb. Dafür investierte die Hafengesellschaft rund drei Millionen Euro – in dieser Summe sind allerdings Wartung, Versicherung und Reparaturen (auf 20 Jahre hochgerechnet) enthalten.

Allein mit der eingespeisten Strommenge aus den Photovoltaikanlagen (die jährliche Energieproduktion beträgt rund 660.000 kWh) konnte die HGM bislang etwa 85 Prozent des selbst verbrauchten Stroms abdecken, den sie beispielsweise für Straßenbeleuchtung, Dreh- und Hubbrücken, die Hafenschleuse, Kaimauerbeleuchtung, Hebewerke und Bahnbeleuchtung benötigt.

PV-Anlagen der Hafengesellschaft

Dachfläche m2

Inst. Leistung kWp

Jahresleistung kWh

CO2 Einsparung kg

Block III Installiert Dez 07

3.900

124,83

107.715,50

94.789,64

Block II Installiert Okt 08

3.900

130,32

116.238,99

102.290,31

Block I Installiert Okt 08

3.900

128,59

120.358,00

105.915,04

Parkring 47a Installiert Jul 09

1.400

72,91

63.835,00

56.174,80

Parkring 49a Installiert Feb 09

1.400

64,53

62.219,53

54.753,19

Block IV Installiert Dez 09

3.000

212,00

191.757,00

168.746,16

Gesamt

17.500

733,18

662.124,02

582.669,14

BU zur Tabelle:

Die eingespeiste Strommenge deckte bislang 84,45 Prozent des selbst verbrauchten Stroms der HGM.

Investition in neue Beleuchtung senkt Energieverbrauch erheblich

Nun sind es sogar 100 Prozent, denn die in 2010 durchgeführten Neuerungen bei der Beleuchtung im Hafen stellten sich als äußerst effektiv heraus. Die HGM nahm rund 160.000 Euro in die Hand, um die Beleuchtungssituation im Hafen zu verbessern. Die in die Jahre gekommenen Quecksilberdampflampen – rund ein Viertel der Straßenlampen im Handelshafen – wurden im Frühjahr 2010 durch neue moderne Lampen ersetzt, je nach Höhe des Lampenmastes entschied man sich dabei für Natriumdampfhochdrucklampen oder LED-Lampen.

Mit der neuen Beleuchtung können gegenüber dem vorherigen Zustand rund 14 Prozent der Beleuchtungsenergiekosten, rund 25.000 Kilowattstunden im Jahr, eingespart werden – und das bei viel besserem Licht, einer langen Lebensdauer und Vorteilen bei der Wartung und Reinigung. Verkehrsbeobachtungen haben zudem ergeben, dass die Zeiten für den Volllastbetrieb zukünftig wohl weiter reduziert werden können, was mit den ebenfalls angeschafften hochmodernen Vorschaltgeräten problemlos möglich ist. Damit ließe sich sogar eine Ersparnis von 30 Prozent, mithin 53.000 kWh p.a., erzielen.

Der Umweltschutzgedanke spielte neben der Kostenreduktion in punkto Energie sowie Wartung und Instandhaltung für die Investitionsentscheidung eine nicht unerhebliche Rolle. Die neuen Lampen sind nicht nur erheblich sparsamer, sie sind auch viel besser abgedichtet. Die eingesetzten Natriumdampflampen geben weniger UV-Strahlung ab, die installierten LED-Leuchten emittieren überhaupt keine UV-Strahlung. Damit schonen sie die nützlichen Insekten, die in Flussnähe leben und – vom Licht angezogen – gern in den Lampen ihre Nester bauen.

Der vorherige Zustand......mit neuen LED-Lampen
So sah es vorher aus......und so heute